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Tag 17 

Verbrennungszeremonien...

 

Heute war der große Tag, und die beiden Verbrennungszeremonien fanden gleichzeitig an zwei verschiedenen Plätzen, nicht weit von unserem Hotel statt. Die große Familie war schon versammelt und freute sich sehr, daß wir alle teilnahmen. Da es hier natürlich nicht die Regel ist, daß Besucher von Auswärts dabei sind, wurden wir neugierig beobachtet. Man bestand regelrecht darauf, daß wir alles per Film und Foto aufnahmen.

Die Stimmung war für uns natürlich ungewohnt gut und das muss sie auch sein, da Trauer den Verstorbenen daran hindert, diese Welt in Frieden zu verlassen. Lächeln ist also Pflicht, auch wenn es einem bei der Verbrennung gelegentlich mulmig wurde.

 

Immer wieder begleitet ein großes Gamelanorchester das Geschehen...

 

Bezahlte Spezialisten, sorgen für die eigentliche Verbrennung...

 

Der Leichnam wurde in Tücher gewickelt, zwischen zwei Baumstämme als Begrenzung für das Feuer gelegt, und mit einigen Habseligkeiten bedeckt. Obenauf lag sein Hut und es wurden Blumen verstreut. Da die Familie nicht viel Geld hatte und die Verbrennungszeremonien sehr teuer sind, fiel das ganze nicht so aufwendig aus, wie man es vielleicht aus manchen Berichten kennt. So gab es nur eine kleine Trage, mit der sie den Verstorbenen zum Verbrennungsplatz gebracht hatten. Ein Gamelan Orchester war ebenfalls anwesend und spielte während den Vorbereitungen. Zwischenzeitlich wurde auch Essen und Getränke verteilt. Essen konnten wir, verständlicherweise aber nichts.

Am Kopf- und Fußende des Verstorbenen lag je ein Rohrsystem, durch das per Hand Benzin gepumpt wurde, um genügend Hitze zu erzeugen. Auf eine eingehendere Beschreibung möchte ich verzichten, nur soviel, daß der Verstorbene, nachdem die Tücher verbrannt waren, bis zum Schluss gut zu sehen war.

So saß man redend und essend vor dem Feuer, bis nichts mehr von ihm übrig war. Die Asche wird danach eingesammelt, in Tücher gewickelt und nach den Gebetszeremonien in das Meer geschüttet. Das Zubehör, wie die Trage, die zum Transport des Verstorbenen gedient hatte, wird am Tag darauf ebenfalls verbrannt und dem Meer übergeben.

 

Auch als alles brannte, hielt sich das Feuer immer recht klein...

 

Benzin wird über ein Gestänge in das Feuer gepumpt, um die doch beträchtlich hohe Hitze die nötig ist, zu erzeugen...

 

Da wir noch zu der, parallel stattfindenden Zeremonie mußten, verließen wir die Feier aber schon nach der vollzogenen Verbrennung. Die nette Familie bedankte sich herzlich, daß wir anwesend waren und wir verabschiedeten uns.

Bei der zweiten Zeremonie, war die Verbrennung bereits beendet als wir ankamen. Nach einer längeren Gebetszeremonie, ging die versammelte Menge Richtung Meer. Vorneweg die in Tücher gewickelten Überreste des Verstorbenen, danach der Rest der Familie mit Blumen und sonstigem Schmuck. Begleitet wurde das Ganze von rhythmischen Klängen des auch hier anwesenden Gamelan Orchesters.

 

Nach den Gebetszeremonien, bewegt sich die Masse zum Meer hin...

 

...dort wird der Verstorbene dann auf seine letzte Reise geschickt...

 

Der Anblick, der am Strand stehenden Massen, war sehr bewegend als sie die Asche und Blumenschmuck dem Meer übergaben. Eine tief in den Strand spülende Welle, trieb die Menschen nach der Übergabe dann kreischend an den Strand zurück. Fast als mochte der Verstorbene sagen: "Laßt mich jetzt allein !"

Auch, wenn es einen während der Verbrennung manchmal mulmig wurde, war es sehr beeindruckend und man sollte es, bei vorhandener Gelegenheit, doch mal miterleben. Dieser Tag endete später leider bei uns beiden mit Bauchschmerzen, was sich noch in der Nacht dann in übler Form fortsetzten sollte.

 

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