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Balinesische Gottheiten
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Fortsetzung
der Aufzählung von einigen balinesischen Göttern, Dämonen und mysthischen Fabelwesen.
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Dewa Indra
Dewa
Indra, der Gott des Regens, soll der Legende nach die heiligen Quellen von
Tirta Empul erschaffen haben, nachdem der Dämonenkönig
Mayadanawa, der gegen die Götter Krieg führte,
den heiligen Fluß Petanu vergiftet hatte. Danach wendete sich das Blatt und Mayadawa mußte
fliehen. Auf der Flucht ver- wandelte er sich erst einen Hahn, dann in Reis und zuletzt in einen Stein. Doch
er hatte kein Glück, denn Indra schoß einen magischen Pfeil ab, der den Dämonenfürsten tödlich traf.
Sein Blut floß in den Fluß Petanu. Von da an war es den Balinesen nicht mehr erlaubt, zum Bewässern ihrer
Reisfelder das Wasser des Petanu-Flusses zu verwenden, weil aus den geschnittenen Reishalmen Blut fließen
würde.
Maha Dewa
(Mahadewa)
Maha Dewa ist der Gott des Berges
Batukaru. Der im Tempel Pura Luhur Batukaru
aufgestellte sieben-stufige Meru ist ihm gewidmet.
Dewa Yama
Der Gott des Todes und Herrscher der Hölle. Bei Verbrennungen werden ihm alte
chinesische Münzen als Opfer gebracht, um die Seele des Toten freizukaufen, damit sie zum Himmel
aufsteigen kann.
Dewa Rambut Sedana
Sie ist die Göttin des Glücks und des Reichtums und ihr Name bedeutet übersetzt:
Geldhaar. Gewöhnlich wird sie als vergoldete Maske, Salang genannt, dargestellt, von der viele Fäden wie
Haare herunterhängen. In diese Fäden sind alte chinesische Münzen, die in der Mitte ein Loch haben,
eingeflochten. Die Balinesen glauben wie die Chinesen, daß diese Münzen Glück bringen. Deshalb wird in vielen Häusern
und Geschäften ein Bild von Dewa Rambut Sedana aufgehängt, damit dort Glück und Reichtum einkehren soll.
Dewi Gadru und Dewi Nata
Diese beiden Göttinen sind Schwestern und konnten keine Kinder gebären.
Deshalb gingen sie zu einem hohen Priester und baten ihn um Hilfe. Der Priester gab Gadru tausend Eier und Nata
nur zwei. Nachdem sie ausgebrütet waren, schlüpften aus Gadrus Eiern Schlangen und aus Natas Eiern Adler. Einer
der beiden Adler war dünn und sehr schwach. Nata nannte den starken Adler
Garuda, und er wurde später das
Fortbewegungsmittel von Dewa Wisnu. Der schwache Adler mit Namen Aruna verspeiste die Schlangen. Nur zwei ließ
er übrig. Diese beiden Schlangen wuchsen zu den großen Nagas der Unterwelt heran. Aus dem schwachen
Aruna wurde Dank der Schlangennahrung ein kräftiger Adler. Er gilt als ein Symbol dafür, daß das
niedrigere Königreich das höherstehende ernähren
muß.
Dewa
Bayu: Er ist der Gott des Windes, der
Luft und des Atems.
Dewi Ibu
Partiwi: Die Göttin und
Mutter der Erde.
Dewa
Surya: Der Gott der Sonne.
Dewa
Baruna: Der Gott des Meeres.
Dewa Dharma: Der Gott der Tugend.
Dewa
Semara: Der Gott der Liebe.
Dewa
Skanda: Gott des Krieges.
Dewi
Ratih: Die Göttin des Mondes.
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Kala Rau
Kala
Rau ist der körperlose Kopf eines Dämons. Er ist in der Lage, den Mond zu
verschlucken und so eine Mondfinsternis zu verursachen. Damit rächt er sich an
Dewi Ratih, der Göttin des Mondes, die Dewa Wisnu davon in Kenntnis setzt, daß
der listige Dämon den Zaubertrank "Tirta Amertha", der unsterblich
machte und nur den Göttern und Göttinen vorbehalten war, stehlen wollte. Wisnu
warf daraufhin seinen magischen Diskus nach Kala Rau, der dessen Kopf abtrennte.
Weil der Zaubertrank aber bereits bis in seine Kehle ge- langt war, wurde sein
Kopf unsterblich. Voller Zorn jagte er Dewi Ratih quer durch alle Himmel. Von
Zeit zu Zeit gelingt es ihm, sie einzufangen, und er nimmt Rache und verschlingt
den Mond.
Naga-Naga
Die
Nagas sind zwei gigantische, unsterbliche Schlangen. Ihre Mutter ist die Göttin
Gadru. Sie leben in der Unterwelt und helfen der standhaften Schildkröte
Bedawang Nala, die Welt und ihre Bewohner vor Erdbeben zu schützen. Für die
Menschen symbolisiert Naga Basukih Sicherheit und Schutz, Naga Anantaboga
Nahrung, Unterkunft und Kleidung. Deshalb sind die beiden Nagas trotz ihres
furchterregenden Aussehens treue und hoch respektierte Diener der Menschen.
Bedawang Nala
Bedawang Nala ist eine riesige mythologische Schildkröte, die die Welt auf
ihrem Rücken trägt (ähnlich wie Atlas in der griechischen Sage). Ihre nimmermüden, rastlosen Bewegungen
verursachen Erdbeben und Vulkanausbrüche. Bedawang heißt übersetzt "kochendes Wasser" und Nala
"Feuer", eine brisante Mischung, die glühendes Magma erzeugt, das durch vulkanische Spalten und Öffnungen an die
Oberfäche der Erde dringt. Diese Weltschildkröte befindet sich in Gesellschaft der beiden riesigen
Nagas,
die ihre Kräfte zum Wohle der Erdenmenschen einsetzen.
Dämonenfürst
Rawana
Rawana,
der Dämon des Feuers, ist eine der Schlüsselfiguren im Ramayana-Epos. Er entführte
Sita, die Frau Ramas, in sein Dämonenreich Alengka (Ceylon). Nach vielen
Abenteuern kann Rama mit Hilfe des Affengenerals Hanuman seine Gemahling wieder
befreien. Rawana mußte in seinem Schloß verbrennen. Die Geschichte von
Rama,
Sita und dem Dämonenfürsten Rawana ist Inhalt von vielen Dramen und Tänzen in
Bali.
Dämonenfürst
Jero Gede Mecaling
Dieser
ungemütliche, zähnefletschende Zeitgenosse haust auf der Insel Nusa Penida.
Von Zeit zu Zeit taucht er mit einer Schar bösartiger Dämonen in Bali auf, um
Krankheiten, Tod und Unheil zu verbreiten.
Kebo
Iwo
Der
Riese Kebo Iwo soll viele Steinmonumente auf Bali erbaut haben. Er war ein hoher
Beamter des letzten Königs von Bedulu und wurde von Gajah
Mada, dem
Premierminister von Madjapahit, hinterlistig in eine Falle gelockt und getötet.
Er soll übernatürliche Kräfte gehabt haben und man sagt, daß er die
Elefantenhöhle Goa Gajah mit seinen Fingernägeln aus dem Felsen herauskratzte.
In Blahbatu hat man Kebo Iwo einen Tempel geweiht. Der große Steinkopf im
Innenhof des Tempels soll eine Nachbildung seines Hauptes darstellen.
Raksasa
Der
Riese Raksasa ist eine Gestalt aus der hinduistischen Mythologie. Der schnauzbärtige
Geselle mit den langen Zähnen bewacht, mit einer Keule bewaffnet, Tempeleingänge,
und sorgt dafür, daß das Böse nicht in die heiligen Innenhöfe gelangen kann.
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Barong
Über
die Herkunft des gutmütigen Fabeltieres Barong tappt man noch im Dunkeln. Man
weiß nur, daß er das Totemtier der Ur-Balinesen war, das sie vor Bösem beschützte.
In
einer alten Legende wird die Entstehung des Barong folgendermaßen geschildert:
Der bösartige Dämonenfürst Jero Gede Mecaling flog wieder einmal von der
Insel Nusa Penida nach Bali, um dort Unheil anzurichten.
Zufällig entdeckt ihn
jemand in den Wäldern bei Kuta, als er sich in einen Barong verwandelte, ein
zotteliges Ungeheuer, das im Dschungel Balis lebte. Die Menschen baten ihren
Priester um Hilfe, und er riet ihnen, einen Barong zu bauen, der genauso
schrecklich aussah, wie der, in den sich der Dämon verwandelt hatte. Die zwei
tapfersten Männer des Dorfes zogen sich das Barongkostüm an und machten sich
auf den Weg, um den Riesen zu suchen. Als dieser den Barong erblickte, war er so
erschrocken, daß er sich blitzschnell davonmachte und nach Nusa Penida zurückkehrte.
Von diesem Zeitpunkt an kam er nie mehr wieder. Seit
dieser Zeit bewahrt man in jedem Tempel Balis eine Barongmaske auf, damit diese
die bösen Geister und Krankheiten fernhalten soll.
Rangda
Sie
ist die weitaus schrecklichste und gefährlichste aller bösen Kreaturen. Mit
ihrem furchteinflößenden Gesicht mit den spitzigen langen Zähnen, der heraushängenden
roten Zunge, den Hängebrüsten und den um ihren Hals geschlungenen menschlichen
Eingeweiden stellt Rangda die Verkörperung des Bösen im Weltgefüge der
Balinesen dar. Sie wird begleitet von einer Schar von dämonischen Leyaks und
Kalas und muß, damit sie kein Unheil anrichtet, täglich mit Opfergaben
friedlich gestimmt werden.
Rangda
wird auch Calonarang genannt. Man erzählt sich, daß Calonarang, eine Königin
des alten Java, vom König wegen ungerechterweise wegen Ausübung Schwarzer
Magie angeklagt und ins Exil verbannt wurde. Danach heiratete er eine jüngere
und schönere Königin. Calonarang aber bewahrte sich ihre Unschuld und führte
ein ruhiges, friedvolles Dasein. Als der König starb, ohne einen Erben zu hinterlassen,
erhob sie Anspruch auf den Thron. Doch man wies sie zurück. Da
begann sie wirklich, Schwarze Magie zu praktizieren und zerstörte so das Königreich.
Calonarang wird in Bali als Königin der Dämonen gleicher- maßen gefürchtet wie
sie als Durga, die Göttin des Todes und der Zerstörung, geachtet wird.
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