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Die Kunst des indonesischen Schattenspieles
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Das
Schattenspiel, in Indonesien Wayang Kulit genannt, stammt soweit bekannt - aus vorhinduistischer Zeit (ca. 6. Jahrhundert n.Chr.).
Wörtlich übersetzt bedeutet Wayang Kulit "Schatten aus Leder".
Die zweidimensionalen Schattenfiguren werden aus getrockneter
Büffelhaut geschnitten und farbig angemalt.
Wayang hat übersetzt
drei Bedeutungen: Geist, Schatten und Ahne. Mythologische Helden, Götter, Dämonen und die Geister der Ahnen
erscheinen als Schatten auf der Bühne. Diese Schatten verkörpern
die Seelen der dargestellten Personen.
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Mit Hilfe der
Schatten glaubte man, in magischen Kontakt mit den Göttern und den Geistern der Vorfahren treten zu können. Die
Themen der Schattenspiele stammen zum überwiegend aus den großen
indischen Epen Ramayana und Mahabharata.
Oft werden
aber auch Volksmärchen und der Unabhängigkeitskampf Indonesiens vorgetragen. Der Schattenfiguren-Spieler, auch
Dalang genannt, übernimmt dabei die Rolle eines Mediums.
Obwohl man in ganz Asien Schattenspiel-Figuren finden kann, haben
die Menschen in Indonesien daraus eine hohe Kunst gemacht. Und
auch im Zeitalter von Kino und Fernsehen hat das traditionelle
Schattenspiel noch immer viele Anhänger und Zuschauer.
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Die bunt
bemalten und aus Leder gefertigten Schattenspielfiguren sind reich verzierte kleine Kunstwerke. Auch heute noch werden
sie nach alter Tradition hergestellt.
Es ist nicht
einfach, eine Wayang Kulit-Vorführung zu finden, da diese meist nur von den Einheimischen veranstaltet werden, während
Tanzvorführungen wie zum Beispiel der Legong neben den allgemeinen
Vorführungen auch oft in Hotels und Restaurants angeboten werden.
So sollte man
bei Gelegenheit danach fragen und sich den Besuch bei einer Wayang Kulit Vorführung auf keinen Fall entgehen lassen. Auch
wenn man vielleicht nicht alles versteht, lohnt es sich, ein
derartiges Schattenspiel einmal gesehen zu haben.
Wayang ist
eine echte Kunst, mit der altes Gedankengut von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Die kunstvoll
gefertigten Puppen, die auf Bambus- oder Bananenstamm Stöcken geführt werden, werfen ihre Schatten auf eine etwa 1,75 m
hohe und 2,50 m breite Leinwand, die von hinten mit einer Kokosöl
Leuchte erhellt wird. Es gibt ca. 60 verschiedene Figuren, die in
der Regel ca. 35 - 50 cm groß sind und bizarre Schatten auf der
Leinwand hinterlassen. Sie werden meist über Generationen
weitervererbt und stellen sie den wertvollsten Besitz des
Vorführers dar.
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Der Beruf des Schattenfiguren-Spielers, des "Dalang", wird hoch
geschätzt und geachtet. Sein Ansehen und seine Stellung in der
Dorfgemeinschaft sind vergleichbar mit der eines Priesters. Oft
fragt man ihn auch bei privaten oder dörflichen Problemen um
Rat und spricht ihn ehrfurchtsvoll mit "Vater" an.
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Der Dalang ist ein wirklicher Künstler. Er erweckt die Figuren zum Leben und ist in der Lage, bis zu acht Figuren gleichzeitig
auftreten zu lassen, obwohl er nur zwei Hände hat. Unterstützt
wird er dabei von zwei Helfern, die links und rechts von ihm
sitzen und ihm die einzelnen Puppen zureichen. Der Dalang ist
ein exzellenter Geschichtenerzähler und muß dabei sowohl das
dramatische wie auch das sanfte Spiel beherrschen. Je fließender
die Bewegungen der Puppen ausfallen, desto lebendiger wirken sie.
Jeder seiner Puppen verleiht er eine andere Stimme mit unterschiedlicher Modulation. "Gute" Charaktere läßt er normalerweise im
alten "Kawi" sprechen, während "böse" Persönlichkeiten wie z.B.
Dämonen und Riesen laut und polternd balinesisch reden.
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Deshalb muß der Dalang beide Sprachen fließend beherrschen. Musikalisch untermalt wird die Vorführung von vier Musikern,
die jeweils ein Metallophon (Gender) spielen. Die Zuschauer dürfen wahlweise die Aufführung von beiden
Seiten der Leinwand aus verfolgen. Sie können entweder vor
der Bühne sitzen, um die Schatten zu sehen, oder auf der Seite
mit Blick auf den Dalang, die farbigen Figuren und das kleine
Gamelan-Orchester.
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